Mittwoch, 1. Dezember 2010

11ter im Jahr, späte Vögel und malerische Täler, atemberaubende Aussichten...


Der Malerweg war das läuferische Highlight meines Monats November. Mal ehrlich.. einen einzigen Beitrag hat der November in meinem Blog bekommen. Das hat er eigentlich nicht verdient. Aber sei es drum, ich habe mich die Tage, was das bloggen anbelangt, bedeckt gehalten. Dafür bin ich gelaufen, habe geplant und hier und da eine Nachricht hinterlassen und mich gedanklich auch auf Kommendes vorbereitet. Habe Diskussionen über bunte oder nicht bunte Schuhe verfolgt. Bei der Parole Frostbeule mich als eben solche geoutet und solchen Raketen wie Hannes oder Steffen zu ihren Wahnsinns - Läufen gratuliert. Aber sonst wars ruhig. Auch mal schön :), Hm... Immerhin.. ich bin reichlich gelaufen, 304 Kilometer habe ich gesammelt und dabei 2.559 Höhenmeter überwunden. Dazu habe ich ca. 28h des Monats in Laufen investiert....und sage und schreibe ca. 3,5h in Fussball. Ja. Mich hats gerappelt. Mal wieder gegen den Ball treten, so ein wenig.. Mannschaftssport. Das Pendant zum meist alleine durch die Gegend tingeln.

Aber wenn ich so zurückblicke.. der Monat November war nicht nur kalt und / oder nass, es gab auch schöne Tage, und die wurden genutzt um Drachen steigen zu lassen.
Dabei wurden bei jedem Wetter die frisch erworbenen Lenkdrachen rausgeholt und mit den Jungs zusammen ausgetestet und bei Figuren und Kunststücken auf Herz und Nieren geprobt.
Mein bestes war "Der abstürzende Drache" oder "Drache steckt den Kopf in den Sand" oder so.. Naja.. Übung macht den Meister...

Glücklicherweise hatte ich ja 3 Meister an meiner Seite die mir die Richtung wiesen.
Aber ernsthaft.. die Jungs hatten die Strippen in der Hand und machten mit den Drachen was sie wollten... bei mir wars andersrum.. ganz schön deprimierend sowas *schnüff*.. naja man wird eben auch nicht jünger.

Aber zurück zum Laufen und somit zum Malerweg.... Einmal gelaufen muss man ihn haben, war glaube ich die letzte Aussage.
Gesagt getan, gehen wirs an. Läufer, die verrückt genug sind dies mitzumachen, sind schnell gefunden und die Schaar der Interessenten wurde immer größer. Geplant wurde vorerst eine erste Etappe von 36km. Streckenerkundung haben wir es genannt, um dann vielleicht tatsächlich irgendwann einmal den Malerweg am Stück oder maximal in 2 Etappen zu laufen.

Nun der Termin für unsere Tour rückte immer näher und das Wetter wurde winterlicher. So sprangen letztlich die Vernünftigsten doch noch ab und der harte Kern total Verrückter blieb und lief.


Die Anreise mit Bahn und Bus verlief wunderbar und unser erstes Highlight war der Busbahnhof in Pirna. Ein beheiztes Wartehaus und eine herrenlose Geldbörse auf der Herrentoilette waren erste einprägsame Erlebnisse. (Die Geldbörse haben wir natürlich pflichtbewusst bei der Busfahrerin abgegeben).

Dann Ankunft am Liebethaler Grund, dem Start unserer Tour. Bereits die ersten Kilometer waren ein Genuss. Hier hieß es bereits zum ersten Mal, Vorsicht! In der Nähe von Gewässern ist mit überfrierender Glätte zu rechnen. Jaja.. nur gut das meist (!!) ein Geländer greifbar war.

Um Lohmen lotste uns der Weg herum über Feldwege. Hier pfiff der Wind etwas ordentlicher, dafür konnte man den einen oder anderen Blick in die Ferne erhaschen. Bald darauf ging es in den Utewalder Grund und in Richtung Wehlen. Im Grund erwarteten uns wieder herrliche Naturschauspiele aber auch ein klein wenig Abenteuer. Stellenweise war der Weg entlang des Baches, vermutlich durch das letzte Hochwasser, stark in Mitleidenschaft gezogen und stellenweise "abgerutscht". So gab es eine spontane Begegnung mit dem Unterholz und der Baustellenausstattung.

In Wehlen angekommen war dann der erste Abschnitt unserer Tagesetappe erreicht. Es bot sich ein erster Anblick über die Elbe und das zu unseren Füßen liegende, ganz verschlafen wirkende Wehlen.
Nach Wehlen gings dann stetig aufwärts. Ziel war die Bastei. Etliche Stufenabschnitte schlängelten sich den Berg hinauf.
Hier war der Aufstieg noch recht "erquicklich" .... ähm.. also .. naja .. wir waren eben halt noch frisch und hier stellten die Treppen noch nicht so das Problem dar. Das sollte sich dann zum Ende unserer Tour hin ändern.

Belohnt wurden wir immer wieder mit herrlichsten Ausblicken oder eben den besagten malerischen Tälern, einfach ein Traum.
Von Wehlen aus gings über den Steinernen Tisch zur Bastei. Da man dahin auch gut mit dem Auto ranfahren kann, ist diese meist von Touristen stark frequentiert. Aber auch der Frost hat dort Einzug gehalten und die luftigen Höhen bieten viel Angriffsfläche für vereiste Wege. So passierten wir einige rutschige Treppen auf unserem Weg abwärts nach Rathen.

In Rathen unten angekommen mussten wir uns leider von Jens verabschieden. Er beendete seinen Ausflug dort.
Der Rest der Truppe machte sich auf dem Weg zum Amselfall. Im Amselgrund treffen wir auch auf die Felsenbühne Rathen , wollen aber weiter am Amselsee vorbei zum Amselfall und somit auch zum Aufstieg nach Rathewalde.
Ein wirklich wiederum sehr schöne Aufstieg bei dem auch wieder Vorsicht geboten war. Es war so glatt wie es aussieht  -  aber laufbar ;)


Von Rathewalde gings dann auch rüber über ein Stück Straße.. ähh.. wie unschön.. wir wollten Trail.. naja.. es war schnell vorbei und dann gings auch schon bald weiter Richtung Hohnstein. Hm.. ich muss gestehen.. irgenwie habe ich da nun eine Lücke.. da war die Burg und wir sind da gelaufen.. aber Details.. ähm.. vielleicht ein andermal. Auf alle Fälle ging es weiter durch einen wirklich winterlichen Wald in Richtung Brand.

Der Weg zum Brand war mir geläufig, aber als solchen in weißer Pracht noch einmal zu erleben war wunderschön.
Achja.. bei Hohnstein war natürlich noch ein fantastischer Abstieg über ein paar Stiegen mitten durch den Fels zu absolvieren. Viel Vorsicht war geboten, umsomehr dass vor lauter Begeisterung nicht das Auge zu lange am Fels hängen bleibt, statt auf der nächsten Stufe abwärts zu weilen ;).

Nun wir mussten weiter und so ging es dann alsbald wieder abwärts und nach dem queren der Hohnsteinstraße nahmen den Aufstieg nach Waitzdorf in Angriff. Selbiger sollte dem Einen oder Anderen in Erinnerung bleiben. Zu Bildern habe ich es da auch nicht geschafft, aber noch ein Video von unserem letzten "entspannten" Abstieg kann ich bieten.
Genauso wie sich zum Ende unserer Malerwegetappe unsere Kräfte zum Ende neigten, verhält es sich hier mit meinem erzählerischen Talenten.
Aufgrund Unwetterschäden durften wir zum Ende hin noch eine Abkürzung in Kauf nehmen - wofür wir nicht ganz undankbar waren. Aber wer weiß, welche Naturschauspiele uns dadurch entgangen sind??! hm..

Unsere Laufreise fand sein Ende in einem Taxi, welches wir liebend gern in Anspruch genommen haben. Mit dem Taxi ging es dann anschließend zum Bahnhof und von dort neu eingekleidet und frisch gestärkt wieder gen Heimat.


Jetzt, so ein paar Tage später zurückblickend war es doch schon anstrengend aber auch wunderschön. Selbst noch einmal gelaufen würde diese Erfahrung nicht wieder erreicht werden; verständlich.


soweit dann von meinem November, in Kürze und in Höhe ;)

LG
Christian

Kommentare:

  1. Wo ist mein "Gefällt mir"-Button??? :-)) K.

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  2. Danke für die Zusammenfassung. Eine bekloppte Idee vernünftig geplant und organisiert. Es war mir eine große Freude mit Dir diesen Weg gelaufen zu sein. Ja, der Aufstieg nach Waitzdorf - der hatte seinen Trainingsreiz.

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  3. Mann o Mann, bin hin und weg vom lesen, toller Bericht von einem wirklich int.November und einem tollen Lauf;-)

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  4. Dafür ersetzt Du mit diesem Post gut und gerne fünf "normale". ;-) Hier finde ich es aber sehr passend, weil Du dem tollen Lauf auch im Nachhinein einen schönen Rahmen gibst. Die Videos schaue ich mir noch in Ruhe an, aber ich hätte mir bei der Strecke sicher mehr als einmal vor Furcht in die Hosen gemacht. *muaha* Allein die vereiste Treppe...

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  5. Eine wunderschöne Zusammenfassung, danke dir dafür.
    Aber mich als Rakete zu bezeichnen, Hannes ja, aber mich, wirklich nicht.
    Eher weit, und da hättest du mir in Bad Berleburg die Schuhe Besohlen können, also nix Rakete ;-).

    Ich wünsche dir einen schönen 2. Advent und freue mich schon jetzt auf das, was da noch so alles von dir kommt,
    Steffen

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