Montag, 31. Mai 2010

Flieg, Christian, Flieg!!

...waren die Worte die mir zu Beginn der letzten Runde des Meißner Nachtpaarlaufes in den Ohren klangen. Eingeflüstert von meinem Laufpartner Henrik. Und ich versuchte zu fliegen, kam mir dabei mit jedem weiteren Schritt aber immer mehr vor, wie eine bleierne Ente. Die letzte der 8 Runden in der Meißner Altstadt über heimtückisches Kopfsteinpflaster war die fieseste. Nicht (nur) weil es mit den Kräften langsam dem Ende zuging, sondern weil es hieß gegen sehr starke Konkurrenz zu laufen und Henrik mir gerade einen in seiner letzten starken Runde erkämpften 3. Platz übergeben hat. Den hieß es auf der 1,1km-Runde zu halten.
Keine 100m später aber war es da, das "Tapp-Tapp-Tapp". Ich meine bei 100Paaren hört man ständig ringsum Schritte, aber seid Euch gewiss, genau das "Tapp-Tapp-Tapp", dass Euch gilt , werdet Ihr mit Sicherheit so klar heraushören, als wäre sonst ringsherum Stille.

Aber kurz zum Anfang. Unsere Platzierung nach der ersten Runde war im vorderen Mittelfeld vielleicht an 6-8. Stelle. Henrik kam nach seiner ersten Runde an, übergab mir den Transponder und ich flitzte los - dachte ich. Rings um mich herum überholten mich andere Läufer mit einer Leichtigkeit die an mir Zweifeln ließen. Aber nur für einen Moment. Ich wusste dass es später anders aussehen wird.
In der nächsten Runde hatte ich dann schon meine Position gefunden und wusste ungefähr gegen welche Mitläufer ich antrat. Meistens lief ich nur hinterher weil sie einfach schneller waren, aber das waren nur Sekunden oder wenige Meter.
Henrik lief sehr kontinuierlich seine Runden und ich versuchte das auch, wurde aber langsamer. Aber nicht soviel langsamer wie andere Teams aus der direkten Konkurrenz. So konnten wir uns auf Platz 4 vorschieben. Dann war da noch das eine Team das einer Plazierung im Weg stand.
Um es kurz dazwischen zu werfen, die aktuelle Plazierung war mir beim Laufen gar nicht so gewahr. Ich wusste nur welche Läufer noch immer vor mir waren bzw. nicht mehr. Nur der eingangs erwähnte Zuruf von Henrik machte mir klar um was es genau ging in dieser letzten Runde.

So rannte ich also in Richtung Anstieg, vorbei am Filmtheater und versuchte einigermaßen flott auf diesem vermalledeiten Kopfsteinpflaster zu laufen. Tapp-Tapp-Tapp. Rum um die Kurve und rauf den Berg. Tapp-Tapp-Tapp. Zähne zusammenbeißen und bis oben durchtanken. Oben angekommen wieder Fahrt aufnehmen, soweit es noch möglich war und dann auf die lange Gerade. Ich wusste genau, hier war die Konkurrenz meist schneller und ich versuchte also nochmal alles. Tapp-Tapp-Tapp. Einmal noch am Markt vorbei. Henrik, Katja und die Jungs standen da und feuerten mich an. Da rechts tauchte ein orangenes OEM-Shirt auf. Ich habe nicht mal erkannt wer es war - Tunnel. Links von mir - Tapp-Tapp-Tapp. Tempo anziehen, mitgehen... ohjeh... keine Luft, abreißen lassen, Er war vorbei! Hinterher! Nochmal beißen, gehts nochmal ran?? Egal, Tempo halten und den Lauf zu Ende laufen. 4. Platz mit 4sec Abstand zum Dritten. ...

Im Nachhinein betrachtet, tröstet es mich, dass ich gegen den 2th-schnellsten Läufer am Platz bestehen sollte, dennoch ist so eine Blechmedallie schon irgendwie ärgerlich.

Nun gibts erst einmal eine kleine Wettkampffreie Zeit und ich werde versuchen wieder einmal ein regelmäßiges Training anzufangen; wenn auch z.Zt. schonender.

Ich habe hier nur kurz aus meiner Sicht berichtet. Der LSV war aber sehr stark und mit beachtlichen Leistungen vertreten beim Nachtlauf. Ich möchte dies nicht unerwähnt lassen, aber dies wurde bereits an anderer Stelle sehr detaillierte und schön berichtet. Hier daher "nur" der Verweis auf die Blogeinträge von GPWay und Hendrik .

Bilder zum Lauf findet Ihr in der Galerie rechts oben. Vielen Dank an die Fotografin :-)

LG
Gretel

Kommentare:

  1. Ihr habt einen saustarken Lauf abgeliefert, dass ihr am Ende so knapp am Treppchen vorbeigelaufen seit, ist Schade, aber so ist der Sport.
    Beim nächsten Mal sind Henrik und Christian wieder vorn mit dabei, sehr weit vorn;-)

    Danke auch noch mal an dieser Stelle für die wunderschönen Fotos.
    LG Ulf

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  2. Saustarke Leistung, saustarker Bericht. Man fängt halt bei jedem Wettkampf wieder von vorne an. Denke, wir könnten 2011 beim 100-km-Dua ein sehr starkes LSV-Team an den Start bringen. Laß uns das mal im Auge behalten.

    Danke nochmal an Katja für die wunderbaren Bilder.

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  3. Ein sehr schöner und spannend geschriebener Bericht. War grad nochmal hautnah dabei.

    Viele Grüße
    Ronny

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