Dienstag, 4. Mai 2010

100km Team Duathlon - Teil 2

... der Weg nach Pirna lag nach ca. 31km hinter uns. In der Ferne war Sonnenstein zu erblicken, aber soweit wollten wir nicht, sondern überquerten die Elbe an der "neuen" Pirnaer Brücke und fuhren an Pirna Copitz vorbei in Richtung Graupa weiter. Je näher wir Graupa kamen um so näher kamen wir auch dem Borsberg. Leider nahmen wir das so richtig erst zu spät wahr. Wieder einmal rauschten zwei Radler an uns vorbei, wie uns dann klar wurde, zur Positionierung am Berg. Unser Einsatz in die gleich Richtung kam leider zu spät. Steffen und ich fuhren zwar noch ein Stück vor, aber Uwe, der gerade lief, lief auch schon auf den ersten Metern am Berg an mir vorbei. "Ach Mist!" dachte und sagte ich. Das hieß dann wieder dem Läufer hinterherstrampeln, versuchen einzuholen und abzulösen.

Uwe lief nun schon den zweiten Anstieg der Strecke hinauf und zog dies auch souverän in einem doch recht flottem Tempo durch. Steffen und ich, die wir vorausgefahren waren strampelten nun wieder hinterher und der Berg nahm kein Ende. "War da nicht irgendwo noch ein Gang zum runterschalten?" - Ich ächtzte den Berg rauf und ab ca. der Hälfte meldete sich dann der Rücken. Zunehmend unangenehme Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Clevererweise hatte ich die Sonnenbrille vorher auch noch in die Rückentasche gestopft. Jetzt drückte der Rucksack noch mit darauf und drangsalierte mich zusätzlich mit ständigem Pieksen. Ich hatte die Faxen dicke, aber Anhalten war nicht.
Erwähnte ich schon, dass dieser schier alpine Gipfelanstieg kein Ende nahm?? Eine kleine Verschnaufpause zwischendrin, vielleicht 15-20Meter eben; dann weiter aufwärts. Nur nicht nach vorn/oben schauen, einfach Zähne zusammenbeißen und diese wirren Gedanken von Rad schieben beiseite drängen. Mist, dann habe ich doch hoch gesehen - aber da hinten, am Ende des Tunnels war Licht... nun, es war das Ende des Waldes / Wäldchens. Danach ging es noch ein zwei Schlenker weiter auf den "Gipfel" Treten, treten, treten, nicht denken.
Oben stand dann doch tatsächlich wieder die Fotografen und versuchten sich als Zeitzeugen unserer Quälerei, aber ein Ende in Sicht konnte ich dem Fotografen noch zurufen, dass er jetzt doch nicht allen Ernstes ein Lächeln erwarten möge. Er meinte nur, wenn ich noch reden könne sei ja noch genügend Kraft da, was mir dann doch ein herzhaftes Lachen abverlangte.. oder wars die Erleichterung ??

Oben angekommen stellte ich fest, dass auch die Sonne tatsächlich mehr und mehr herausgekommen war. Einen kurzen Blick über die Landschaft gönnte ich mir und stellte fest: wunderschön. Dann hieß es aber dem Uwe wieder hinterher und ablösen. Kaum hatte ich Uwe abgelöst musste ich erst einmal wieder laufen lernen. Die Füße schienen unförmige Klumpen zu sein und die Beine streikten. Nach ca. 500 Metern fühlte sich dann alles wieder in Anbetracht der Situation normal an.
Unsere Laufintervalle hatten wir zwischenzeitlich auf 2km gekürzt, was mit dem Anstieg zwischendrin zwar durcheinander geriet aber ansonsten auch gut klappte. Dadurch hieß es aber auch bis zur Heide komplett einmal durchwechseln, so dass ich ab da wieder als Läufer einstieg.
Zwischendrin mussten wir jedoch Uwe als Ausfall beklagen, zumindest was das Laufen anbelangte. Er hatte Probleme mit den Knien bekommen, es zwar noch einmal versucht, was aber nicht wirklich gut gehen sollte. Dafür dass er kein Läufer ist hat er eine sehr lange Zeit in einem wirklich guten Tempo durchgehalten.Chapeau!
Das warf uns jetzt aber nicht so zurück, die Hälfte war geschafft, umkehren wäre jetzt albern gewesen ;-)

Nach dem höchsten Punkt in Zaschendorf von ~350 Höhenmetern verliefen die nächsten 10km in Richtung Dresdner Heide und hinab auf 250 Höhenmeter. Der Fahrradanstieg und anschließende Lauf steckte mir noch immer in den Knochen und die Beine taten inzwischen weh, so dass ich den ersten Abschnitt in der Heide etwas ruhiger angehen ließ. Am Verpflegungspunkt lief ich vorbei aber das Team brachte Obst und Nüsse und aufgefüllte Trinkflaschen mit.
Für gewöhnlich esse ich beim Lauf maximal ein Stück Banane zwischendurch, aber wie oft hat man nicht von dem Hungerast der Radfahrer gehört und auch auf diese Dauer bin ich vorher noch nie gelaufen. So war es kein Wunder das der mitgebrachte Verpflegungsbeutel innerhalb kürzester Zeit verputzt war. Leider brachte das aber auch unangenehme Nebenwirkungen mit sich. Es fing an in meinem Bauch zu rumoren, und es sollte im Laufe der Zeit zunehmen.

Durch die Heide selber war sehr angenehm zu laufen. Es ging im Nordosten an Radeberg vorbei Richtung Langebrück und dann weiter zum ehemaligen Waldbad Klotzsche, jetziger Waldseilpark. Die Radpassagen waren pure Erholung und das Laufen war keine Belastung an der Grenze wenn da nicht da blöde Rumoren wäre. Zu viert wechselten wir uns schön regelmäßig ab und Uwe versorgte uns derweil und gab moralische Unterstützung.
Nach dem Waldbad ging es dann aufwärts nach Klotzsche zum Bikepoint und ab da durch Hellerau auf dem Roter Punkt Weg weiter. Hier sollten dann für den weiteren Verlauf die Streckenmarkierung (bisher weiße Pfeile auf dem Boden) fehlen. Zum Glück kenne ich mich aber dort gut aus. Der Weg ist zwar recht gut markiert aber die Zeichen sind teilweise nicht auf Anhieb zu erkennen und die Pfade führen nicht gerade an der Hauptstraße entlang. So verlief die Strecke durch die Junge Heide und es gab einige Teams die kurzzeitig falsche Wege nahmen und Andere die in gutem Glauben hinterherradelten. Dani radelte auch einmal auf Irrwegen, aber ich konnte sie zurück auf die Strecke lotsen. Wir hofften nur das Martin, der gerade lief, den rechten Weg genommen hat, da wir ihn aus den Augen verloren hatten. Zum Glück war Martin genauso mit einem Forerunner und heruntergeladener Strecke "bewaffnet" und brachte den GPS-Tracker auf Kurs und kam uns alsbald wieder entgegen. Bruchstückhaft erfuhren wir, dass es anderen Teams nicht so gut ergangen ist. Bei einem Team soll sogar der 5te Mann verloren gegangen sein - zumindest kurzzeitig. Es war auf alle Fälle ein sehr kurzweiliger Abschnitt der allerlei Wehwechen und Zipperlein vorübergehend vergessen machen ließ.

So führte uns der Weg weiter durch den Dresdner Norden, die Junge Heide, vorbei am Waldmax und der Baumwiese auf den Augustus Weg nach und durch Radebeul. Auf zum letzten Teil des 100km Duathlons.

to be continued...

Kommentare:

  1. schön geschrieben, und die Hauptsache, du hast wahrscheinlich allen Lesern, mich eingeschlossen, Lust auf ein eigenes Team gemacht. Also ich wäre dabei ;-)

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  2. Da hast du Recht Ulf! Wenn man das so liest, hat man Lust, selber mit zu laufen / fahren.
    Andre

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  3. hi gretelsrun,

    dürfen wir auf unserer homepage auf deine duathlonberichte verweisen?
    Sehr schön geschrieben!

    hau rein
    Krad (admin 100km-duathlon.de)

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  4. Hallo Krad,

    sicher. Teil 3 sollte auch in Kürze fertig sein. :)

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  5. sehr unterhaltsam, ich freue mich schon auf teil 3. da steigt auch bei mir die lust teilzunehmen ;o)
    nur: 1.5.2011 -> oem! da haben wir ein problemchen ;-(
    grüsse sebastian

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  6. @Sebastian
    ach was.. nächstes Jahr am 07.05.2011 - das passt schon :)) - juhu -

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  7. 7.5.11 :)))))))))))
    bin dabei!
    sebastian

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