Samstag, 14. August 2010

50km Leipzig oder .. der etwas andere lange "Trainingslauf"

Freitag der 13. August 2010
Morgens. Das Wetter scheint so lala zu sein. Regen am Morgen ob nun leicht oder stark, die Online Dienste sind sich uneinig. Was packe ich ein.
Mittags. Hat sich was am Wetter getan? Hm.. Der Regen verspätet sich, es sollte jetzt schon regnen, tut es aber nicht. Wann fahre ich los? Mit Übernachtung oder ohne? Schaffe ich es? Wie gehe ich es an? Die Nervosität steigt.
Nachmittag, Feierabend. Nichts wie nach Hause. Tasche packen. Buch schnappen und ablenken.
Katja kommt nach Hause. Eigentlich noch Zeit, selbst wenn ich jetzt losfahre. Furchtbar. nachdem ich nun ein zwei Mal durch die Wohnung getigert bin, entschließe ich mich loszufahren.


gg. 19.00 Uhr. Das Navi hat mich prima gelotst und bin gut durchgekommen. Achja, das Wetter hält, bislang kein Regen. Anmeldung gesucht und Unterkunft inspiziert. Dann noch schnell nachgemeldet, einen Teller Nudeln mit lecker Käsesosse gefuttert und dann die Schlafstätte klar gemacht. Ich nehm eine Liege.. bloss nicht das Risiko eingehen und schlecht bis gar nicht schlafen. Mein Buch habe ich auch eingepackt und lenke mich damit wieder ein bischen ab und überbrücke Zeit.
Irgendwann treffen dann auch die Laufverrückten ein. Ein Blick, hm.. waren sies? Steffen kam dann nochmal vorbei und "Heh! Du bist Christian, oder?" "Ja.". So lernt man sich kennen.
Wir haben dann noch im Sportcasino der August-Bebel-Kampfbahn gesessen und ein lecker Erdinger alc.frei getrunken und ein wenig geplaudert. Später kam noch eine Bekannte von Steffen und Melanie hinzu die wohl mit ähnlichen Ambitionen an den Start ging wie ich. So wars also schnell klar gemacht, wir starten dann mal zusammen und sehen was passiert.
So gegen 22.00 Uhr, die Cantine hatte schon Schankschluss, haben wir uns dann auch auf in die Turnhalle ins Bett gemacht. Ich war zwar noch leicht angespannt, konnte aber dennoch recht schnell einschlafen. Zum Glück ist mein Körper mit einer "Fehlfunktion" versehen. Wenn ich die Beine hochlege, gehen die Augen zu.

Am Samstag dann ging es gegen 4.00 Uhr los. Also mit aufstehen. Der Lärm- und Lichtpegel stieg dann schlagartig an und ringsum kam Bewegung in die Schlafstätten. Ich habe gut geschlafen. Bin zwar ein paar mal kurz wach geworden aber es ging. Nachts prasselte ganz schön der Regen aufs Hallendach. Beim Gang zur Morgentoilette war zwar alles feucht, aber kein Regen! super!
Dann so langsam die Wahl der Klamotten treffen und allmählich anziehen. Ein leichtes Grummeln im Bauch machte sich bemerkbar. Frühstücken? Ja. Am besten nur aber eine Banane, will dann ungern während des Laufs im Busch verschwinden müssen. Als ich mich dann zum Frühstücksraum begebe ist dort schon eine lange Schlange. Ok, rumstehen ist im Moment nichts für mich. Also wieder in den Schlafsaal, Buch rausgekramt und die letzten Seiten gelesen. Danach wieder rüber. Fast alle Plätze voll aber auch kaum noch Leute am Buffet. Banane gab es keine, also musste ein Brötchen mit Honig her. Hoffentlich liegt das nicht zu schwer im Bauch. 
Die letzten Minuten dann bis zum Start verliefen gleichzeitig zäh und wie im Fluge. 

Start
Im diffusen Licht der ersten Sonnenstrahlen, irgendwo über dem Grau der Wolkendecke, aber ohne jegliche Regentropfen ging es dann auch schon los. Inneres Mantra an "nur nicht zu schnell" und dann mit dem ganzen Läuferpulk aus Bambini (50) und 100Km-Läufern die ersten Kilometer mit meiner am Abend zuvor gewonnen Laufbegleitung absolviert. Ständig ging der Blick noch auf die Uhr um die Zeit zu kontrollieren. Alles in Butter. 
Kilometer 2 - Ein paar Läufer gefunden die so in etwa in der geplanten zeit liefen, also da einfach mit. Aber Moment! War das nicht Matthias von der LG ExA? Mein direkter LaufetappenKonkurrent bei der Erzgebirgstraverse. Matti ist eigentlich eine Spur zu schnell für mich aber er war diesmal nicht allein, sondern lief in Begleitung.
Kilometer 5 - Wie sich inzwischen herausstellte, begleitete Matti die Manu, auch von der LG ExA, um die 50km in unter 4h zu laufen. Na wenn das nicht passte.
Kilometer 8 - Alles lief bestens. Das Tempo war noch nicht ganz rund, ging noch ein wenig hin und her.
Kilometer 10 - Stadioneinlauf. Schöne Runde. Jetzt weiß ich wo die Getränkestellen sind und unangenehme Stellen.
Kilometer 12 - Meine Laufbegleitung hat abreißen lassen. Sie ist doch nicht so fit und trainiert, also lieber Tempo runter.
Kilometer 16 - Ich bin ein paar Kilometer allein, vor Matti und Manu gelaufen. Leichte Tempofindungsprobleme. War dann kurz zu schnell, also Tempo wieder raus und in die Gruppe wieder eingefädelt. Heh! Matti hat mich dann auch erkannt. *lach*
Kilometer 20 - Prima. Es läuft gut. Noch immer kein Regen aber durch den nächtlichen Regen eine super Luft. Nur das Stadionstück ist ganz schön aufgeweicht. Matti, Manu und ich laufen weiter zusammen. Das passt.
Kilometer 22 - Wie sich herausstellt, läuft Manu den Lauf auch als Vorbereitung für einen Herbstmarathon um dort die 3h zu knacken. Sachen gibts...
Kilometer 25 - Die Hälfte ist geschafft und es geht schön locker flockig. Vor uns, dann mit uns und später auch hinter uns dann die erste Frau .. bzw. dann die Zweite. Nun ist ja Manu vorn.
Kilometer 30 - erstaunlicherweise läuft noch immer alles rund ohne schwere Beine. Bei den sonstigen langen Läufen war das anders. Intersant ist es nun auch zu verfolgen, halten wir das Tempo? Wie wird die (nun) zweite Frau und Vorjahressiegerin über 50km reagieren? Naja, nicht verrückt machen lassen. Trainingslauf!
Kilometer 32 - Hoppla! Die ersten Meter waren ganz schön flott gegangen. Da war wohl ein wenig Euphorie und Motivation aus dem Stadion noch mit im Spiel...
Kilometer 35 - So! Kein Mann mit dem Hammer; keine Beschwerden wie sonst; ab hier begann unbekanntes Terrain, vom Marathonlauf selbst mal abgesehen. Es wurde zwar langsam beschwerlicher aber mich beflügelte auch, dass es eigentlich so kurz vor 40 Kilometern war. Zumindest beschäftigte ich mich so langsam damit die Reststrecke in Etappen zu stückeln und vor zu arbeiten. Achja.. der Abstand zur zweiten Frau wurde langsamer. Unsere 4te Runde war aber auch die schnellste.
Kilometer 38 - Steffen begegnete mir auf dem Rundkurs wiederholt und trieb mich euphorisch voran. Dabei sah er selber noch super fit aus. Gestern abend wollte er keine Prognose über Zeiten oder ein Ziel abgeben. Die letzten beiden Hunderter in Biel und Thüringen liefen wohl nicht so optimal. Naja.. was soll bei 100km, 38°C Hitze und Füsse voller Blasen auch schon optimal sein?? Verrückt.
Kilometer 40 - Auf in die letzte Runde. Es war natürlich die schwerste Runde aber auch schön, denn es war die Letzte. Und da ich mit der ersten Frau lief, welche auch lokal bekannt war und entsprechend angefeuert wurde, durfte ich ein wenig davon partizipieren. Dazu zog uns Matti erbarmungslos über die Strecke. Aber mal ehrlich. Würde man das auch allein so können? Oder doch in einen langsameren Trott verfallen? Also ich war sehr dankbar darüber. Sicher konnte ich bestimmt auch einen kleinen Teil dazu beitragen das unser Dreiergespann dann so einlief, aber der größte Teil lag wohl auch bei Matti. An dieser Stelle noch einmal meinen besten Dank.
letzte Runde - Auch die Kilometer in der letzten Runde ließen sich gut einteilen. 4x ist man die Strecke schon gelaufen, da wusste man doch genau was einen erwartet und das machte es leichter. Ich bin sonst auch nicht so für Rundenläufe, aber in diesem Fall war ich dankbar. Auch fand ich die Strecke deswegen nicht langweilig. Ich kann schon sagen, dass es  eine schöne Strecke war.
Wir hielten also unser Tempo. Klare Anweisung von Matti ;). Ja und was soll ich noch schreiben, es lief rund und wir liefen auch schon aufs Stadion zu. Die Beine schon schwerer aber noch recht fit. Ich hatte zeitweilig auch das Gefühl diese ganzen anderen Verrückten zu verstehen. Man könnte tatsächlich weiterlaufen. Aber denken wir mal nicht weiter darüber nach. Wer weiß schon was dabei herauskommt.
Manu kam als erste Frau ins Ziel und Matti dann als 3. Mann. Ich begnügte mich mit der Blechmedaille, womit ich wie mit meiner Zeit mehr als zufrieden. Laut meiner Uhr sollte ich die Strecke in 3:54:19h absolvieren. Klasse hat alles gepasst.

Nach dem Lauf fühlte ich mich eigentlich ganz gut, bin dann aber baldig nach Hause gefahren noch den restlichen Tag mit Katja und Kindern verbringen.

Also ich muss sagen, dass mir die Veranstaltung und seine Organisation super gefallen haben. Ich habe mich riesig gefreut viele bekannte Gesichter von LG ExA zu sehen und natürlich auch die persönliche Bekanntschaft von den Runningfreaks zu machen. Rundum gelungener Ausflug also.

LG 
Gretel

P.S: An dieser Stelle nochmal Gratulation Melanie und Steffen zu Euren super Zeiten.

Kommentare:

  1. Glückwunsch!! Du hast es ja schon bemerkt, bin schwerst stolz auf Dich!!!! :-) ILD. K.

    AntwortenLöschen
  2. Super Ergebnis, Glückwunsch! Da kannst du stolz sein, beim ersten 50er die Wunschzeit so zu erreichen. Wenn das mal nicht optimal war ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Hi Christian,
    es war schön, bekannte "Traversengesichter" zu sehen! Und es war auch schön, euer Gespann ein paar Kilometer zu begleiten! Glückwunsch zu deiner tollen Laufleistung!!!
    dna_L.E.

    AntwortenLöschen
  4. Und deine Altersklassensieg wollen wir auch mal nicht verschweigen.
    Es war ein sehr kurzweiliger Lauf und hat mir auch bis zum letzten km sehr viel Spaß gemacht.
    Matthi

    AntwortenLöschen
  5. ja saubere Leistung, kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschließen, und rechne mal die Zeit hoch;-) auf 100km...LG und erhol dich gut

    AntwortenLöschen
  6. Super Leistung die du da abgerufen hast für einen ersten 50er. Respekt und Glückwunsch! Weiter so....
    LG
    Frank

    AntwortenLöschen
  7. Lieber Christian,

    auch von den "Verrückten" die allerherzlichsten Glückwünsche zu Deinem grandiosen Ultramarathon-Debüt! Es hat wahnsinnig Spaß gemacht Dich endlich einmal in der wirklichen Welt kennen gelernt zu haben, Du bist ein ganz feiner Sportsmann und es war eine ganz tolle Zeit mit Dir in Leipzig. Es war unglaublich schön zu sehen, wie locker Du Runde um Runde absolviert hast, ich selbst habe in keiner Minute daran gezweifelt, dass Du Dein Ziel von sub 4 Stunden erreichen würdest. So grandios, wie Du drauf warst, mit so viel Freude und Herzblut, was Du an den Tag gelegt hast war es ganz klar - das wird was!

    Willkommen im Club der verrückten Ultras!

    Nur schade, dass wir bei Deiner Siegerehrung noch auf der Strecke waren - gut, das nächste mal laufen wir einfach ein wenig schneller ;-), ok?

    Christian, Du bist genauso, wie Du in Deinem Blog rüber kommst, ein feiner Freud und großer Sportsmann und entsprechend freue ich mich auch schon auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.

    Ganz herzliche Grüße aus Ingelheim,
    Steffen

    AntwortenLöschen
  8. Vielen Dank Euch allen für die Glückwünsche.

    AntwortenLöschen
  9. Es ist schon alles gesagt, aber ich möchte mich hier auch noch gerne hinten anstellen und Dir zu diesem tollen Ergebnis ganz herzlich gratulieren: Eine starke Leistung, echt toll!

    AntwortenLöschen